跌打损伤 Diēdǎ sǔnshāng   bedeutet sinngemäß "Fachrichtung der unfallbedingten Verletzungsfolgen" und bezeichnet alle äußeren und inneren Verletzungsfolgen wie Prellungen, Zerrungen, Quetschungen, Frakturen und Dislokationen, die durch aktive oder passive äußere Gewalteinwirkung entstehen.

 

Wesentliche Einflüsse erlangte diese Fachrichtung aus der chinesischen Kampfkunsttradition. Nicht selten war die Ausübung der Heilkunst und der Verkauf von Heilkräutern die Haupteinnahmequelle eines Kampfkunstmeister und seiner Schule, da er oftmals nur wenige und ausgewählte Schüler hatte.

 

Die Behandlung solcher Verletzungsfolgen war ursprünglich wesentlicher Bestandteil der Kampfkunstausbildung und wird traditionell vom Meister insbesondere an loyale Schüler vermittelt, die die Tradition der jeweiligen Schule weiterführen oder übernehmen durften.

 

Obwohl vieles der Kenntnisse heutzutage nicht mehr so verschlossen wie früher bewahrt wird, gibt es immer noch "geheime" oder zumindest sehr individuelle  Rezepturen.

 

 

Die Kunst in der Ausübung des Die Da Ke beinhaltet als Hauptanwendungsverfahren

 

  • Akupunktur (Cifa)
  • Arzneimittellehre (Yaoli)
  • Massage und manuelle Therapie (Tuina)

 

sowie als Ergänzungsverfahren

 

  • Moxibustion (Jiufa)
  • Schröpfen (Huoguan)

 

 

Ein wesentlicher Schwerpunkt in der Anwendung sind Arzneimittelzubereitungen in Form von äußerer Anwendung (Wai Yong) 

  • Lotionen (You)
  • Salben (You Gao)  
  • Pflastern (Gao Yao)


oder zur innerer Anwendung (Nei Yong) in Form von

  • Pillen (Wan Ji)
  • Pulver (San Ji)
  • Dekokten (Tang Ji)
  • medizinischer Weine (Jiu Ji)

  

 

Bekannt sind klassische Zubereitungen wie z.B. Die Da Gao ("Traumasalbe"), Die Da Wan ("Traumapille"), Die Da Yang Xing Tang ("Dekokt zur Unterstützung der Nährung bei traumatischen Verletzungen") und Die Da Wan Hua You ("Traumaöl aus unzähligen Pflanzen").

 

Die Anwendung zielt darauf ab, Stagnationen aufzulösen, Qi- und Xue zu bewegen, pathogene Energien zu beseitigen sowie die Regeneration zu unterstützen.

 

 Aufgrund äußerer Einwirkung kommt es zu mehr oder weniger deutlichen strukturellen Schädigung am äußeren (Haut, Muskeln, Sehnen, Knochen)  und/oder inneren Körper (Organe, Funktionskreise). Diese Schädigung führt zu mehr oder weniger ausgeprägter Qi- und/oder Xue-Stagnation.

 

Verspätet, unbehandelt, unzureichend behandelt oder frühzeitig überlastet führt die Stagnation insbesondere an der Außenseite des Körpers auch zu einer eingeschränkten Zirkulation von Wei-Qi; dieses kann seine Schutzfunktion nicht wahrnehmen, so daß äußere pathogene Energien leichter eindringen können.

 

Verbleiben diese pathogenen Energien über einen längeren Zeitraum im betroffenen Körperbereich, so kann die daraus resultierende Mangelversorgung zu einer frühzeitigen Gewebsschwächung, Gewebsdegeneration oder im Bereich von Gelenken zur sogenannten posttraumatischen Arthrose führen.